Sexual Violence in History: A Bibliography

compiled by Stefan Blaschke

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First published: July 7, 2018 - Last updated: July 1, 2026

TITLE INFORMATION

Author: Hans Günter Hockerts

Title: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936–1937

Subtitle: Eine Studie zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf

Translation: The Morality Trials against Members of Catholic Religious Orders and Priests, 1936–1937: A Study of Nazi Techniques of Domination and the Struggle against the Church

Place: Mainz

Publisher: Matthias-Grünewald-Verlag

Year: 1971

Pages: xxv + 224pp.

Series: Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschung 6 (Publications of the Commission for Contemporary History, Series B: Research 6)

ISBN-10: 3786703124 - Find a Library: Wikipedia, WorldCat

Language: German

Keywords: Modern History: 20th Century | European History: German History | Cases: Real Incidents / Morality Trials of 1936-1937



FULL TEXT

Link: Open Access LMU (Free Access)



ADDITIONAL INFORMATION

Author: Hans Günter Hockerts, Historische Seminar (Department of History), Ludwig-Maximilians-Universität München (University of Munich)

Contents:
  Vorwort (p. xi)
  Quellen- und Literaturverzeichnis (p. xii)
    A. Ungedruckte Quellen (p. xii)
      I. Staatliche Archive (p. xii)
      II. Gerichtsarchive (p. xiii)
      III. Kirchliche Archive (p. xiii)
      IV. Sammlungen (p. xiv)
    B. Systematisch benutzte zeitgenössische Zeitungen und Zeitschriften (p. xv)
    C. Gedruckte Quellen und Literatur (p. xvi)
  Abkürzungen (p. xxiv)
  Einleitung (p. 1)
  I. Ermittlungen und Hauptverhandlungen 1935/37
  1. Die Prozesse gegen Laienbrüder (p. 4)
  Anlässe und Beginn der Ermittlungen (p. 4)
  Anzeige gegen Waldbreitbacher Brüder bei der Koblenzer Staatsanwaltschaft im April 1935 (4) - Entsendung eines Sonderkommandos durch das Berliner Staatspolizeiamt im November 1935 (4)
  Die Ermittlungen von Sonderkommando und Staatsanwaltschaft bis zur Einrichtung einer Koblenzer Sonderstaatsanwaltschaft (p. 7)
  Divergenzen zwischen Gestapo und Staatsanwaltschaft in Koblenz (7) - Eingreifen der Zentralstaatsanwaltschaft beim Reichsjustizministerium (9) - Einrichtung der Koblenzer Sonderstaatsanwaltschaft im Dezember 1935 (10)
  Ziele und Methoden des Sonderkommandos (p. 11)
  Potentielle Kompetenz der Gestapo für die Verfolgung homosexueller Delikte (11). Politisch-propagandistisches Interesse als Hauptmotiv für die Entsendung des Sonderkommandos (11)-Extension und Intensität der Nachforschungen des Kommandos (13). Unterstützung durch örtliche Gestapo und den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (16) - Die praktische Arbeit des Kommandos: Verhör- und Protokolliermethoden, Schutzhaft (17)
  Motive für die Einrichtung der Sonderstaatsanwaltschaft (p. 21)
  Charakterisierung des Leiters der Sonderstaatsanwaltschaft, Hattingen, und des Reichsjustizministers Gürtner (21) - Gürtners Einspruch gegen eine Politisierung der Prozesse und Desavouierung des Ministers durch Hitler: die Windhausen-Episode im Juni 1937 (23) - Die Sonderstaatsanwaltschaft als Versuch, die ordentliche Justiz vor Gestapo und Partei zu schützen (25)
  Die Zusammenarbeit von Sonderkommando und Sonderstaatsanwaltschaft (p. 26)
  Labiler Ausgleich zwischen Kommando und Staatsanwaltschaft seit Februar 1936 (26) - Versuch einer Beschränkung der Gestapo-Arbeit auf Anfangsuntersuchungen (27) - Fragliche Vorwürfe gegen die Sonderstaatsanwaltschaft: Nichteinhalten von Regelfristen der Strafprozeßordnung (29); grundsätzliche Übernahme der Schutzhäftlinge in Untersuchungshaft (29); Vermeiden offener Kritik an dem Sonderkommando (32) - Bilanz (33)
  Verlauf und Probleme der Hauptverhandlungen (p. 34)
  Die befaßten Gerichte - Chronologie der Hauptverhandlungen (34) - Charakterisierung der Vorsitzenden der Bonner und Koblenzer Hauptverhandlungen (36) - Öffentlichkeit der Verhandlungen aufgrund einer Initiative des Propagandaministers (37) - Vorbehalte der Vorsitzenden gegen Rundfunkaufnahmen der Verhandlungen (38) - Die Urteile: zumeist eindeutiger Tatbestand; in dubio pro reo; Probleme des § 174,1-3; Berücksichtigung unverschuldeter Haftmonate; tendenzfreie Urteilsbegründungen (39) - Verhalten der Anklagevertreter (44) - Die Verteidigung (47)
  Umfang und Ursachen der Vergehen (p. 48)
  Zahl der Ermittlungsvorgänge, Verurteilungen, Freisprüche, Einstellungen und unerledigten Verfahren 1936/37 (48) - Ursachen der Kumulation homosexueller Delikte in manchen Brüdergenossenschaften, gezeigt am Beispiel der Waldbreitbacher Kongregation (50); Möglichkeiten und Verhalten der bischöflichen Behörde (52)
  2. Die Prozesse gegen Welt- und Ordensgeistliche (p. 53)
  Zahl der Verurteilungen, Freisprüche, Einstellungen und unerledigten Verfahren 1936/37 (53) - Prinzipien und Methoden der Ermittlungen durch örtliche Gestapo, Koblenzer Sonderkommando und örtliche Staatsanwaltschaften (54) - Unterschiedliches Auftreten lokaler Anklagevertreter vor Gericht (58) - Zu den Urteilen der lokalen Gerichte (58)
  3. Justiz zwischen Recht und Propaganda (p. 59)
  Zusammenfassung: Bedrohung und Verhalten der mit den Sittlichkeitsprozessen befaßten Justizorgane (59) - Das Dilemma des Reichsjustizministeriums im totalitären System: Schutz des überkommenen Rechtes durch politische Unterordnung und Verstrickung in Konzessionen (60)
  II. Die Sittlichkeitsprozesses als PRoblem nationalsozialistischer Herrschaftstechnik
  1. Die Prozesse im Rahmen des Kirchenkampfes 1936/37 (p. 62)
  Prinzipien nationalsozialistischer Herrschaftstechnik (62) - Zur kirchenpolitischen Lage vor Prozeßbeginn (63) - Erste Prozeßwelle: Mai bis Juli 1936 und erste Sistierung der Prozesse (65) - Kirchenpolitischer Schwebezustand um die Jahreswende 1936/37 (69) - Zweite Prozeßwelle: April bis Juli 1937 und erneute Sistierung (73)
  2. Die Prozesse als Hauptwaffe des Kirchenkampfes 1936/37 (p. 78)
  Die Methoden der propagandistischen Auswertung (p. 78)
  Die Auswertung in der Presse: Zur Pressepolitik des Dritten, Reiches (78) - Einfluß des Propagandaministeriums auf die Prozeßberichte: präventive Lenkung durch Nachrichtenmonopol (80); imperative Lenkung durch Auflageberichte (82) und »Sprachregelungen« (85) - Wachsende Schärfe der Lenkung 1936/37 (90) - Die Prozeßberichte der deutschen Presse: Verschweigen der Sittlichkeitsprozesse gegen nichtkirchliche Personen (91); Prozeßberichte gleichgeschalteter katholischer und bürgerlicher Blätter (92); die Prozeßberichte und -kommentare der Parteipresse, gezeigt am Beispiel des »Völkischen Beobachters« (96) - Zur publizistisch erzeugten Atmosphäre (107) - Die Auswertung in weiteren Publikationsmedien: Rundfunk (108) - Broschüren und Bücher (108) - Flugblätter (110) - Kampfreden von Parteirednern (111) - Gesteuerte Mundpropaganda (111) - Die Rede des Propagandaministers Goebbels vom 28. Mai 1937 in der Berliner Deutschlandhalle und zu ihrer in - wie ausländischen Resonanz (112)
  Die Unterdrückung kirchlicher Abwehr (p. 120)
  Einengung des Wirkraums bischöflicher Hirtenbriefe (121) - Repressalien gegen Kirchenzeitungen (122) - Verbot kirchlicher Broschüren (122) - Repressalien gegen Prediger (123) - Der »Fall Schülle«, ein Musterfall nationalsozialistischer Propagandatechnik (125)
  Die Ziele des Propagandafeldzuges (p. 132)
  Nationalsozialistischer Totalitäts- und kirchlicher Unabhängigkeitsanspruch (132) - Bruch des innerkirchlichen Vertrauensverhältnisses als Hauptziel der Propaganda (136) - Diskreditierung des innerweltlichen Wirkungsanspruchs der Kirche (137) - Diskriminierung der kirchlichen Jugenderziehung (139) - Gegenschlag zur Enzyklika »Mit brennender Sorge« vom 14. März 1937 (142)- Bekämpfung des katholischen Ordenswesens (144)
  III. Die Reaktion der Kirche
  1. Kirchliche Proteste bei der Reichsregierung (p. 147)
  Vatikanische Proteste (p. 147)
  Bischöfliche Eingaben (p. 152)
  2. Die Kirchliche Abwehr der Propaganda in der Öffentlichkeit (p. 157)
  Hirtenbriefe (p. 158)
  Erste bischöfliche Stellungnahmen im Juni 1936 (158) - Gemeinsamer Prozeßhirtenbrief des deutschen Episkopates im August 1936 (160) - Päpstliche Stellungnahme in der Enzyklika »Mit brennender Sorge« vom 14. März 1937 (162) - Vorschlag Preysings und Galens: Gemeinsamer Hirtenbrief nach Goebbels' Deutschlandhalle-Rede (164) - Fülle von Einzelkundgebungen im Mai und Juni 1937 (166)
  Predigten (p. 173)
  IV. Auswirkungen der Prozesspropaganda auf die katholishce Bevölkerung
  Quellenlage und Methode (184) - Statistische Anhaltspunkte: Kirchenaustritte, Kommunionsempfang, Kirchenbesuch 1936/37 (185) - Die Resonanz in Oberbayern und in Ober- und Mittelfranken nach staatlichen Lageberichten (191) - Testfälle: Bamberger Jubiläum (Mai 1937); Aachener Heiligtumsfahrt (Juli 1937) (204) - Zeitgenössische und spätere Urteile über die Effizienz des Propagandafeldzuges (208) - Ursachen des negativen Ergebnisses (211)
  Zusammenfassung (p. 217)
  Personenregister (p. 221)

Description: »The morality trials of allegedly more than 1,000 priests and members of Catholic orders, which in 1936/37 provoked intense interest both in Germany and in international opinion, receive their first thorough empirical examination in Hans Günter Hockerts’ book. The author examines the course of events and the trials' outcomes, as well as the question of the lawfulness of the proceedings, which were widely dismissed as »show trials.« He also analyzes the methods and goals that governed efforts to instrumentalize the trials for propaganda purposes. In the process, Hockerts paints a comprehensive picture of a propaganda campaign characterized by uncommon organizational perfection and unmitigated radicalism. Relying closely on his sources, Hockerts interprets this propaganda campaign as an attack against one of the most significant obstacles to National Socialist totalitarianism: the Catholic Church’s claim to independence and the loyalty of its members.
Hockerts juxtaposes the Nazi propaganda offensive with the official church’s reactions and, especially, its resonance among the Catholic population at large. In the process, he formulatess an answer to the question of how the Church and Catholicism survived this most spectacular episode in the National Socialist anti-church campaign, one that is closely tied to the content of his documentary sources.
Hockerts thus contributes to three fundamental areas of inquiry into the history of the »Third Reich«: the role of the judiciary in the system of totalitarian rule, Nazi mechanisms of exercising power, and the »church struggle.«« (Source: Kommission für Zeitgeschichte)

Note: Hockerts, Hans G. »Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensleute und Priester in der NS-Zeit: Eine Relektüre nach 50 Jahren.« Katholische Dunkelräume. Die Kirche und der sexuelle Missbrauch. Edited by Birgit Aschmann. Paderborn 2022: 170-184. - Bibliographic Entry: Info

Reviews:
- Knapp, Thomas A. American Historical Review 77(4) (October 1972): 1148. - Full Text: Oxford Academic (Restricted Access)

- Robbins, Keith. The Journal of Ecclesiastical History 24(1) (January 1973): 103-104. - Full Text: Cambridge Core (Restricted Access)

Wikipedia: History of Europe: History of Germany / Nazi Germany | Catholic Church: Catholic Church in Germany / Catholic Church sexual abuse scandals in Germany, Nazi persecution of the Catholic Church in Germany | Propaganda: Propaganda in Nazi Germany | Sex and the law: Sexual violence / Catholic Church sexual abuse cases